Es ist möglich...

"Unser Kind bleibt kariesfrei"

ist heute ein realistischer Wunsch verantwortungsbewusster Eltern, der sich zusammen mit einem entsprechend vorsorgeorientierten Zahnarzt durchaus umsetzen lässt.

Diese Vorsorge beginnt schon in der Schwangerschaft. Konsequente Eliminierung von offenen Kariesstellen und regelmäßige effiziente Zahnreinigung zur Entfernung von Plaque und Zahnstein reduziert die Keimzahl in der mütterlichen Mundhöhle. Der Säugling selbst wird mit einer keimfreien Mundhöhle geboren. Für ein gesundes Leben ist aber eine Vielzahl von Bakterien in der Mundhöhle erforderlich. Diese Bakterien bekommt der Säugling überwiegend von seiner Mutter. Die Mutter und auch andere nahe Bezugspersonen geben aber nicht nur die guten Bakterien, sondern auch die schlechten, die kariesauslösenden Bakterien weiter. Deshalb ist es wichtig, dass besonders bei der Mutter die Anzahl der kariesverursachenden Bakterien so weit wie möglich reduziert ist. Alle anderen Bezugspersonen mit offener Karies oder Zahnfleischentzündungen sollten sich bei Kleinkindern zurückhalten, nicht den Schnuller oder den Löffel ablecken, damit die krankmachenden Bakterien dem Säugling so nicht mit auf den Weg gegeben werden. Haben sich die kariesverursachenden Bakterien bis zum Alter von zwei Jahren in der Mundhöhle breit gemacht , haben es die guten Bakterien schwer sich zu entwickeln,. Im geringen Umfang sind kariesverursachenden Bakterien immer vorhanden, das lässt sich nicht vermeiden, aber ihre Zahl sollte möglichst gering gehalten werden.

Die kariesverursachenden Bakterien vermehren sich bei Zufuhr von süßen Speisen besonders schnell. Kinder sollten deshalb nicht an die Geschmacksqualität "Süß" gewöhnt werden. Plastiktrinkflaschen verleiten dazu, dem Kind diese zur Selbstbedienung zu überlassen. Es sollte sich aber nur Wasser in diesen Flaschen befinden, dann trinken die Kinder ihrem natürlichen Durstgefühl entsprechend und nicht aus Lust auf süßen Saft. Besonders Großeltern sollten nicht versuchen, sich die Liebe ihrer Enkelkinder durch das ständige Verteilen von Süßigkeiten zu erkaufen. Sie erweisen den Kindern einen Bärendienst und unterlaufen damit häufig die Zielsetzung der Eltern. Kindern sollen keineswegs die Süßigkeiten verboten werden, aber sie sollen lernen, diese nur ab und zu zu genießen, damit die Zähne nicht ständig von Zuckerbrühe umspült werden, die dem Zahnverfall Vorschub leistet.

Vom ersten Zahn an, sollten die Eltern versuchen, mit den heute zahlreich erhältlichen Hilfsmitteln, die Zähne des Kindes regelmäßig zu reinigen. Das regelmäßige Ritual gewöhnt die Kinder ans Zähneputzen und vor allem daran, dass jemand anderes in die Mundhöhle hineingeht. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das Kind auch beim Zahnarzt eher den Mund aufmacht. Mit zunehmendem Alter lernen die Kinder, selbst die Zahnbürste zu führen. Dies können sie entwicklungsbedingt aber frühestens im Alter der Einschulung. Deshalb kann nicht deutlich genug unterstrichen werden, dass die Verantwortung für die gründliche Reinigung der kindlichen Zähne bei den Eltern liegt. Die Kinder können vorputzen und die Eltern putzen nach. Auch über die Einschulung hinaus sollte dieses Verfahren beibehalten werden, einen besseren Dienst können Eltern ihren Kindern zum Zwecke der Kariesvermeidung gar nicht erweisen.

Im Alter von zwei Jahren sind meistens alle 20 Milchzähne durchgebrochen. Jetzt ist es an der Zeit, das Kind langsam an den Zahnarztbesuch zu gewöhnen. Auch wenn beim ersten oder zweiten Mal der Mund noch nicht aufgemacht wird, erlebt das Kind Gerüche und Ambiente der Zahnarztpraxis und kann sich langsam daran gewöhnen. Das schlimmste ist, wenn der erste Zahnarztbesuch mit der Notwendigkeit zahnärztlicher Behandlung verbunden ist. Das ist in den allermeisten Fällen ein nachhaltiger Schock für die kleinen Patienten. Bei den Frühuntersuchungen wird die ordnungsgemäße Durchbruch der Zähne und die Entwicklung von Unter- und Oberkiefer überprüft. So können gravierende Fehlstellungsentwicklungen früh erkannt werden. Für Kinder und Jugendliche gibt es auch von den gesetzlichen Krankenkassen ein Individualprophylaxeprogramm, in welches das Kind im entsprechenden Alter von der Zahnarztpraxis aufgenommen wird.