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Begünstigende Risikofaktoren einer Parodontitis
Verschiedene Faktoren können eine Parodontitis zusätzlich negativ beeinflussen:
Rauchen: Rauchen erhöht das Parodontitsrisiko um den Faktor 2,8 bis 8 (je nach Schweregrad). Dies beruht auf der Feststellung, dass bei Rauchern in wesentlich höherem Maße aggressive Keime in den Zahnbelägen gefunden werden als bei Nichtrauchern. Zusätzlich beeinflusst der Nikotinkonsum die Immunabwehr gegen diese aggressiven Keime negativ, d.h. es werden nicht genügend Antikörper gegen diese Bakterien gebildet. Werden knochenaufbauende Maßnahmen zum Wiedergewinn verlorengegangenen Zahnhaltegewebes durchgeführt, so ist der Gewinn an Knochen im Mittel nur halb so groß wie bei Nichtrauchern.
Diabetes (Zuckerkrankheit): Bei Patienten mit Diabetes besteht ein erhöhtes Risiko für eine Parodontitis, das allerdings niedriger als bei Rauchern ist. Aufgrund eines gesenkten Zellstoffwechsels ist die Heilung nach dem Angriff von schädigenden Bakterien verzögert. Allerdings ist die Prognose einer erfolgreichen Parodontitistherapie bei einem gut kontrollierten Diabetes und guter Mitarbeit des Patienten in der Mundhygiene ähnlich gut wie bei Nichtdiabetikern.
Juni 2002 (brö/tie)
genetisches Risiko (Interleukin)
Parodontitis kann in verschiedenen Schweregraden auftreten. Schwere Formen der Parodontitis gehen in der Regel mit einem überdurchschnittlich starken Knochenabbau des zahntragenden Kieferknochens oder sogar mit rapidem Zahnverlust einher (¨ aggressive Parodontitis). Es konnte ein Erbfaktor (Interleukin-1 = IL-1) gefunden werden, der, wenn er verändert ist, dafür verantwortlich ist, dass die Parodontitis massiven Knochen- und Gewebeabbau zur Folge hat. IL-1 ist normalerweise beteiligt an der Abwehrfunktion z.B. gegen Bakterien. Bei einer bestimmten genetischen Veränderung wird IL-1 an Stellen gehäuften Bakterienbefalls überschießend produziert, so dass auch körpereigene Strukturen angegriffen werden. Bei sogenannten IL-1Genotyp-positiven Patienten, d.h. Patienten, die diesen Erbfaktor tragen, ermöglicht das Testergebnis eine verbesserte Einschätzung des Krankheitsverlaufs und der damit verbundenen Risikofaktoren, wie z.B. Rauchen. Bei IL-1-positiven Patienten , die gleichzeitig rauchen, besteht ein 8-fach höheres Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, als bei Nichtrauchern, die die gleiche genetische Veranlagung haben.
Juni 2002 (brö/tie)