Rund um den Zahn ... Implantate allgemein

Implantate - die Alternative zum Zahnersatz

Implantate ersetzen verloren gegangene Zähne. Sie werden unter Betäubung operativ in den Kiefer eingesetzt. Der Knochen verwächst daraufhin mit dem Implantat. Auf diesen künstlichen Wurzeln kann Ihr Zahnarzt dann Kronen, Brücken und Prothesen befestigen. Wichtig ist aber auch, dass Implantate - ebenso wie Zähne - die Knochenstruktur und damit das Gesichtsprofil erhalten. Der sonst eintretende Knochenschwund unter fehlenden Zähnen wird vermieden. Implantate sind beim gesunden Menschen für einzelne Lücken bei jungen Menschen im ausgewachsenen Kiefer bis hin zum zahnlosen Mund mit Totalprothesen im fortgeschrittenen Alter geeignet: In allen diesen "Fällen" können Implantate ein Gewinn an Funktion, Ästhetik und Lebensqualität sein.

 

In der Zahnheilkunde versteht man unter Implantaten künstliche Zahnwurzeln (in der Regel aus Titan), die im Bereich eines zahnlosen Kieferabschnittes in den Kieferknochen (enossal) eingesetzt werden. Das Implantat als künstliche Zahnwurzel kommt der Natur sehr nahe. Es müssen keine gesunden Zähne für eine Brücke beschliffen werden und andere Zähne müssen keine zusätzliche Belastung übernehmen. Auch der Ersatz verloren gegangener Zähne durch Prothesen mit Halteklammern, die häufig zu Problemen beim Essen und Sprechen führen, können durch Implantate in der Regel vermieden werden. Die Implantatzähne werden wie eigene Zähne erlebt und geben neue Freiheit beim Essen und Reden. Gerade beim zahnlosen Kiefer bringen Implantate Vorteile: Denn auf diesen festsitzenden Verankerungen lassen sich Prothesen so sicher fixieren, dass die häufigen Unsicherheiten bei Vollprothesen mit allen ihren Folgen überwunden werden können.
natürlicher Zahn im Ouerschnitt
Implantat im Querschnitt

 

Was unterscheidet Zahnimplantate von anderen Implantaten in der Medizin

Implantate der allgemein-medizinischen Chirurgie, wie Hüftgelenksprothesen oder Herzklappen, sind allseitig von körpereigenem Gewebe umgeben. Im Gegensatz hierzu stehen die im Knochen verankerten Zahnimplantate über den zahnprothetischen Aufbau mit der Mundhöhle in Verbindung. Dadurch kommt der gewissenhaften Mundhygiene für den Langzeiterfolg von Implantaten eine besonders große Bedeutung zu. Rauchen kann wie für den Erhalt der eigenen Zähne auch für Implantate gefährlich werden.

Zahnärztliche Implantate aus Metall werden bereits seit 1939 untersucht. Die Weiterentwicklung solcher Pionier-Formen gelangte Ende der 50'er Jahre zur Praxisreife, so dass Implantate seit 1960 als Zahnwurzelersatz mit Erfolg immer häufiger eingesetzt werden.

Im Wesentlichen werden heute Implantate aus Titan verwendet, da sich dieses Material aufgrund seiner sehr guten Gewebeverträglichkeit (Biokompatibilität) und Stabilität auch durch ein sehr positives Knochenanwachsverhalten auszeichnet. Bis heute sind keine allergischen Reaktionen bekannt oder aufgetreten.

Wie lange halten Implantate?

Gesicherte Langzeitstudien, die seit über 30 Jahre durchgeführt werden, bestätigen eine Erfolgsrate von über 90% bei einem Beobachtungszeitraum von 10 Jahren. Auch nach 20 Jahren liegt die Erfolgsrate der Implantate bei über 80%, so dass die Implantatüberlebensrate einen vergleichbaren Verlauf nimmt, wie die Überlebensrate von Zähnen im natürlichen Alterungsprozess.


 

Wie geht eine Implantation vor sich:

Der Kieferbereich wird örtlich betäubt, die knochenbedeckende Schleimhaut eröffnet und zur Seite geklappt. Im Kieferknochen wird mit genormten Bohrern bzw. Implantatbettformern eine Höhlung zur Aufnahme des Implantates geschaffen. Dieses Fach entspricht präzise dem Maß des einzubringenden Implantates und gewährt eine optimale Anfangsstabilität mit einer maximalen Knochenanlagerung. Das Implantat wird nun in den Knochen eingebracht und die Schleimhaut wieder zurückgelegt und vernäht.

Das Implantatbett wird hergestellt
Das Implantat wird eingeschraubt
Die Schleimhaut wird über dem Implantat verschlossen (geschlossene Einheilung)

Implantate heilen im Unterkiefer zwei bis drei Monate und im Oberkiefer aufgrund der niedrigeren Knochendichte vier bis sechs Monate ein. In dieser Zeit wachsen die Knochenzellen intensiv auf den künstlichen Zahnwurzeln fest. (Osseointegration). Die Implantatkörper haben innenliegende Gewinde, über die in der Folge verschiedene Dinge aufgeschraubt werden können.

Geschlossene oder offene Implantateinheilung

Man unterscheidet Implantatsysteme, die geschlossen, d.h. unter der verschlossenen Schleimhaut einheilen, von Implantaten, die primär offen mit Kontakt zur Mundhöhle einheilen.

Geschlossene Implantateinheilung

Bei der geschlossenen Einheilung (2-zeitiges Vorgehen) wird das Implantat nach der Einheilperiode durch Eröffnung der Schleimhaut freigelegt. Über eine Abheilkappe, die man in das Implantat einschraubt, wird ein geeigneter Zahnfleischabschlussrand erzeugt. Dieser stellt nach weiteren Maßnahmen (z.B. provisorische Kronen) den endgültigen, manschettenartigen Abschlussbereich zur Mundhöhle dar. Nach diesem wichtigen Zwischenabschnitt wird ein Abdruck erstellt, den ein Zahntechniker mit Gips ausgießt. Auf diesem Gipsmodell stellt der Techniker eine künstliche Zahnkrone her, welche fest auf dem Implantat installiert werden kann.

Freilegung des Implantates
Abheilkappe durchtritt die Schleimhaut
fertige Zahnkrone auf einem Implantat

Offene Implantateinheilung

Bei dem „einzeitigen chirurgischen Vorgehen“ entfällt die Freilegungsoperation, da das Implantat von Anbeginn an durch die Mundschleimhaut durchtritt und sichtbar ist. Das Abdruckverfahren ist mit dem zweizeitigen Vorgehen vergleichbar. In Ausnahmefällen gibt es die Möglichkeit, ein Implantat direkt nach der operativen Phase mit einer provisorischen Krone zu versorgen. Auch eine Sofortversorgung mit sofortiger Belastungsmöglichkeit beim zahnlosen Unterkiefer ist durchaus möglich.

das Implantat ragt sofort in die Mundhöhle
sofort nach Implantation aufgesetzte Abheilkappe

Welches dieser beiden Verfahren das bessere ist und wie viel Belastung das gerade gesetzte Implantat aushalten kann, muss der Implantologe individuell an Hand umfangreicher diagnostischer Unterlagen entscheiden.