Amalgam
ist eine dunkelsilberfarbene Legierung aus Silber und Quecksilber. Seit über 130 Jahren dient diese Metallmischung als Füllungswerkstoff. Und schon fast genauso lange wird über die gesundheitlichen Gefahren diskutiert. Grund ist der Quecksilberanteil, ein Schwermetall, das immerhin fast 50% des Gewichtes ausmacht und unbestritten in größeren Mengen für den Körper giftig ist. In den Füllungen ist das Quecksilber gebunden, jedoch nicht stabil. Man weiß heute, dass die Quecksilberwerte im Körper mit zunehmender Anzahl und Größe der Füllungen ansteigen. Es gibt also eine Belastung, die nicht wegzudiskutieren ist. Diese liegt aber in einer Größenordnung, die laut offizieller Lehrmeinung für unbedenklich erklärt wird und ist etwa so hoch wie die durchschnittliche Belastung durch die Ernährung. Die Niere lagert besonders viel Quecksilber ab. Deshalb sollten bei Nierenerkrankten keine zusätzlichen Amalgamfüllungen gelegt werden. Auch Allergien sind bekannt, aber selten.
Die höchste Belastung des Körpers entsteht beim Legen und Entfernen der Füllungen. Deshalb sollte dies in der Schwangerschaft und bei Kleinkindern vermieden werden. Die alte Forderung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte, aus vorsorglichen Gründen Amalgam bei Frauen im gebärfähigen Alter generell zu verbieten, konnte sich nicht durchsetzten, weil die wissenschaftliche Grundlage und auch die dafür notwendigen finanziellen Mittel fehlen. Auch die Überlegung, dass Amalgamträger grundsätzlich auf Kaugummikauen wegen der erhöhten Gefahr der Freisetzung verzichten sollten, ist heute wissenschaftlich nicht mehr haltbar. Wichtig ist aber, dass Amalgamfüllungen zur Veredelung der Oberfläche poliert werden müssen. Möglich ist dies aber frühestens am Folgetag, denn Amalgam härtet langsam. Eine vorsichtige Kaubelastung ist erst zwei Stunden nach dem Legen möglich.
| Amalgam braucht aus werkstoffkundlicher Sicht Platz. Deshalb muss der Zahnarzt eine größere Hohlform in den Zahn hineinarbeiten; aktuelle Forderungen zur zahnsubstanzschonenden Präparation sind mit Amalgam nicht zu erfüllen. |
Vorteile: Amalgam ist relativ preiswert und einfach zu verarbeiten. Auch die Haltbarkeit ist gut: eine kleine bis mittelgroße Füllung, entsprechende Pflege vorausgesetzt, kann über zehn Jahre halten.



