Aggressive Parodontitis
Unter die Formen der aggressiven Parodontitis fallen verschiedene Typen von Zahnbetterkrankungen, die gekennzeichnet sind durch den besonders schnellen Verlauf des Verlustes von Zahnhaltegewebe. Diese Form tritt oft bereits in frühem Alter, nämlich im 3. Lebensjahrzehnt auf, die Patienten haben in der Regel keine Allgemeinerkrankungen und können durchaus eine gute Mundhygiene ausüben. Häufig ist eine aggressive Parodontitis auch genetisch bedingt (Interleukintest).
Bisher sind fünf Keime nachgewiesen, die eine Parodontitis verursachen. Darunter gilt Actinobacillus actinomycetemcomitans (A.a.) als "Markerkeim" für diese Formen der Parodontitis, da seine Anwesenheit in der Zahnfleischtasche den rapiden Knochenabbau begünstigt. Der genaue Wirkmechanismus (Pathogenese) ist dabei noch nicht vollständig erforscht.
Die Therapie muss sich daher zuerst auf die Beseitigung dieser aggressiven Keime aus der Mundhöhle konzentrieren. Eine genaue Analyse des Bakterienvorkommens (DNA-Test) ist unerlässlich als Grundlage einer gezielten antibiotischen und gleichzeitig chirurgischen Therapie je nach Tiefe der Zahnfleischtaschen. Je nach der Art des Knochenabbaus ist der Wiederaufbau von zahntragendem Knochen (regenerative Parodontalchirurgie) für den Erhalt der Zähne angezeigt. Ist die Mundhöhle des Patienten frei von Bakterien, die eine Parodontitis verursachen, kann mit einem Behandlungserfolg im Sinne der Verhinderung weiteren Knochenabbaus gerechnet werden.
Juni 2002 (brö/tie )



