Rund um den Zahn ... Zahnfleischbehandlung chron. Parodontitis

Chronische Parodontitis

Die chronische Parodontitis - laienhaft oft als Parodontose bezeichnet - ist eine für den Patienten meist unauffällig verlaufende Entzündung des gesamten knöchernen und bindegewebigen Zahnbettes (lat.: Parodontium).

Die langsam verlaufende Entzündung entwickelt sich in der Regel aus oberflächlichen Zahnfleischentzündungen, die durch Zahnbeläge und Zahnstein zwischen den Zähnen und in weniger gut zugänglichen Nischen hervorgerufen werden. Die ersten typischen Anzeichen der Entzündung sind Bluten bei Berührung des geschwollenen Zahnfleisches und eine leicht bläuliche Dunkelfärbung, die durch die starke Durchblutung im Entzündungsgebiet verursacht wird. Bleibt diese oberflächliche Zahnfleischentzündung unbehandelt, so greift sie auf tiefere Schichten des Zahnhalteapparates über. Die Wurzeloberfläche des Zahnes wird von Bakterien besiedelt, Beläge und Zahnstein ("Konkremente") schieben sich entlang der Wurzeloberfläche in die Tiefe voran und richten irreparablen Schaden an. Da dieser Bereich für die normale Mundhygiene unzugänglich ist, kann eine Entzündung nun nicht mehr von alleine ausheilen. Der beginnende Knochenabbau schreitet fort, die Folge ist Zahnlockerung bis zu Zahnverlust.

Ein rechtzeitiger Eingriff ist der einzige Weg, eine Parodontitis zu stoppen und somit die Zähne langfristig zu erhalten. Dabei werden unter Lokalanästhesie das entzündliche Gewebe sowie die tiefsitzenden Wurzelauflagerungen entfernt, die Wurzeloberfläche geglättet. Das Zahnfleisch kann sich an eine gesunde Wurzeloberfläche wieder anheften. Die Art des Eingriffs richtet sich nach dem Befund nach Abschluss der speziellen Vorbehandlung durch die zahnmedizinische Fachhelferin; hierbei wird der Patient in die für ihn individuell optimale Mundhygiene (Zahnputztechnik und Zahnzwischenraumreinigung) eingewiesen, die auch direkt nach den chirurgischen Eingriffen beibehalten werden soll. Der Patient trägt selbst entscheidend zur Verbesserung des Ausgangsbefundes durch die Umstellung seiner Mundhygienemaßnahmen bei. Um eine neuerliche Entstehung von Entzündungen des Zahnhalteapparates zu verhindern, müssen auch undichte oder überstehende Füllungen und Kronen ausgetauscht werden, da sie Zonen darstellen, in denen sich Beläge leicht festsetzen.

Nach Abschluss dieser Behandlungen werden die Mundhygienehilfsmittel zur Zahnzwischenraumreinigung individuell neu bestimmt, da nun ein veränderter Befund vorliegt. Eine individuell optimale Mundhygiene sowie die regelmäßige zahnärztliche Kontrolle ("Recall") in individuell zu bestimmenden Abständen bilden die wichtigsten Maßnahmen, um den Behandlungserfolg zu sichern.
Juni 2002 (brö/tie)