Rund um den Zahn ... Zahnfleischbehandlung gen. Risiko

Interleukintest

Interleukintest - Nachweis des genetischen Risikos für eine Parodontitiserkrankung

Parodontitis kann in verschiedenen Schweregraden auftreten. Schwere Formen der Parodontitis gehen in der Regel mit einem überdurchschnittlich starken Knochenabbau des zahntragenden Kieferknochens oder sogar mit rapidem Zahnverlust einher (¨ aggressive Parodontitis). Es konnte ein Erbfaktor (Interleukin-1 = IL-1) gefunden werden, der, wenn er verändert ist, dafür verantwortlich ist, dass die Parodontitis massiven Knochen- und Gewebeabbau zur Folge hat. IL-1 ist normalerweise beteiligt an der Abwehrfunktion z.B. gegen Bakterien. Bei einer bestimmten genetischen Veränderung wird IL-1 an Stellen gehäuften Bakterienbefalls überschießend produziert, so dass auch körpereigene Strukturen angegriffen werden. Bei sogenannten IL-1Genotyp-positiven Patienten, d.h. Patienten, die diesen Erbfaktor tragen, ermöglicht das Testergebnis eine verbesserte Einschätzung des Krankheitsverlaufs und der damit verbundenen Risikofaktoren, wie z.B. Rauchen. Bei IL-1-positiven Patienten , die gleichzeitig rauchen, besteht ein 8-fach höheres Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, als bei Nichtrauchern, die die gleiche genetische Veranlagung haben.
Juni 2002 (brö/tie)