Implantate

Wie geht eine Implantation vor sich?

Der Kieferbereich wird örtlich betäubt, die knochenbedeckende Schleimhaut eröffnet und zur Seite geklappt. Im Kieferknochen wird mit genormten Bohrern bzw. Implantatbettformern eine Höhlung zur Aufnahme des Implantates geschaffen. Dieses Fach entspricht präzise dem Maß des einzubringenden Implantates und gewährt eine optimale Anfangsstabilität mit einer maximalen Knochenanlagerung. Das Implantat wird nun in den Knochen eingebracht und die Schleimhaut wieder zurückgelegt und vernäht.

Das Implantatbett wird hergestellt
Das Implantat wird eingeschraubt
Die Schleimhaut wird über dem Implantat verschlossen (geschlossene Einheilung)

Implantate heilen im Unterkiefer zwei bis drei Monate und im Oberkiefer aufgrund der niedrigeren Knochendichte vier bis sechs Monate ein. In dieser Zeit wachsen die Knochenzellen intensiv auf den künstlichen Zahnwurzeln fest. (Osseointegration). Die Implantatkörper haben innenliegende Gewinde, über die in der Folge verschiedene Dinge aufgeschraubt werden können.

Geschlossene oder offene Implantateinheilung

Man unterscheidet Implantatsysteme, die geschlossen, d.h. unter der verschlossenen Schleimhaut einheilen, von Implantaten, die primär offen mit Kontakt zur Mundhöhle einheilen.

Geschlossene Implantateinheilung

Bei der geschlossenen Einheilung (2-zeitiges Vorgehen) wird das Implantat nach der Einheilperiode durch Eröffnung der Schleimhaut freigelegt. Über eine Abheilkappe, die man in das Implantat einschraubt, wird ein geeigneter Zahnfleischabschlussrand erzeugt. Dieser stellt nach weiteren Maßnahmen (z.B. provisorische Kronen) den endgültigen, manschettenartigen Abschlussbereich zur Mundhöhle dar. Nach diesem wichtigen Zwischenabschnitt wird ein Abdruck erstellt, den ein Zahntechniker mit Gips ausgießt. Auf diesem Gipsmodell stellt der Techniker eine künstliche Zahnkrone her, welche fest auf dem Implantat installiert werden kann.

Freilegung des Implantates
Abheilkappe durchtritt die Schleimhaut
fertige Zahnkrone auf einem Implantat

Offene Implantateinheilung

Bei dem "einzeitigen chirurgischen Vorgehen" entfällt die Freilegungsoperation, da das Implantat von Anbeginn an durch die Mundschleimhaut durchtritt und sichtbar ist. Das Abdruckverfahren ist mit dem zweizeitigen Vorgehen vergleichbar. In Ausnahmefällen gibt es die Möglichkeit, ein Implantat direkt nach der operativen Phase mit einer provisorischen Krone zu versorgen. Auch eine Sofortversorgung mit sofortiger Belastungsmöglichkeit beim zahnlosen Unterkiefer ist durchaus möglich.

das Implantat ragt sofort in die Mundhöhle
sofort nach Implantation aufgesetzte Abheilkappe

Welches dieser beiden Verfahren das bessere ist und wie viel Belastung das gerade gesetzte Implantat aushalten kann, muss der Implantologe individuell an Hand umfangreicher diagnostischer Unterlagen entscheiden.