welche gesetzliche Krankenkasse erstattet PZR?

Der Wert und gesundheitliche Nutzen der zahnärztlichen Individualprophylaxe wurde für Kinder und Jugendliche in außergewöhnlich guter Weise nachgewiesen. Die Häufigkeit von Karieserkrankungen ist massiv zurückgegangen. Aber wie sieht es mit der Individualprophylaxe und der Kostenerstattung für die regelmäßige professionelle Zahnreinigung PZR bei Erwachsenen aus? Welche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen anteilige Kosten? mehr lesen

Angst und Zahnbehandlungsphobie

Wahrscheinlich geht niemand "so richtig gern" zum Zahnarzt. Die meisten Menschen haben mehr oder weniger starke Angstgefühle, wenn es um den bevorstehenden Zahnarztbesuch geht.

Es gibt jedoch auch Patienten, bei denen das Angstgefühl so stark ausgeprägt ist, dass man von einer Zahnbehandlungsphobie spricht. Im Gegensatz zur Zahnarztangst ist die Zahnarztphobie eine Krankheit, die auch im ICD (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) gelistet ist. Eine Zahnbehandlungsphobie kann dazu führen, dass Zahnarztbesuche überhaupt nicht mehr wahrgenommen werden, obwohl die Patienten wissen, dass sich ihre Mundsituation dadurch immer noch verschlimmert. Wenn die Zahnschäden dann schon für jedermann sichtbar sind, kommt zur Angst noch die Scham. Ein Teufelskreis! Die Grenze zwischen Angst und Phobie ist fließend.

Eine ausgeprägte Angst vor dem Zahnarztbesuch kann durch schlechte Erfahrungen, die in der Vergangenheit bei Behandlungen gemacht wurden, entstanden sein. Problematisch für viele Menschen ist das Gefühl, dem Zahnarzt während der Behandlung "hilflos ausgeliefert zu sein" (Kontrollverlustangst) oder die Scham, schlechte Zähne zu haben. Hinzu kommt, dass die meisten Patienten - vor allem in jungen Jahren - zu wenig über Behandlungsmethoden und -möglichkeiten des Zahnarztes wissen. Gerade Kinder werden oft schlecht auf ihren ersten Zahnarztbesuch vorbereitet: Statt dem Kind die Angst vor dem Besuch zu nehmen, werden "Horrorgeschichten" erzählt, die die Angst erst schüren.

Was tun gegen die Angst?

Leichte Angstgefühle werden automatisch abgebaut oder beseitigt, sobald der Patient das Gefühl hat, seinem behandelnden Zahnarzt Vertrauen entgegen bringen zu können. Ablenkungsstrategien, wie beruhigende Musik im Wartezimmer, das Vermeiden langer Wartezeiten oder gezielte Entspannungsübungen können ängstlichen und angespannten Patienten helfen. Ein ausführliches Gespräch des Zahnarztes mit seinem Patienten im Vorfeld der Behandlung trägt dazu bei, Unsicherheiten zu verringern. Angstpatienten sollten, wenn sie einen neuen Zahnarzt aufsuchen, von vornherein auf ihre Ängste hinweisen, damit auf sie gezielt eingegangen werden kann. Leidet ein Patient unter Oralphobie, kann diese therapiert werden. Eine solche Therapie ist unter Umständen sehr langwierig. Angstpatienten sollten bei ihrer Krankenkasse nachfragen, ob diese die Kosten für spezielle Therapien übernimmt.

Die Deutsche Gesellschaft für Zahnbehandlungsphobie – DGZP

Die DGZP weist darauf hin, dass für ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung die Zahnarztphobie eine extreme Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität darstellt. Es ist wichtig, sich an Spezialisten zu wenden, die – zusätzlich zum profunden zahnärztlichen Wissen – beispielsweise auch über umfassende Kenntnisse hinsichtlich der richtigen Gesprächsführung mit Phobiepatienten verfügen. Ein Zahnbehandlungsphobiker darf nicht das Gefühl haben, "zurechtgewiesen" zu werden. Ziel der Spezialisten ist es, die Patienten endgültig von der Zahnbehandlungsphobie zu befreien und gleichzeitig einen gesunden und attraktiven Zustand der Zähne zu erreichen.



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