welche gesetzliche Krankenkasse erstattet PZR?

Der Wert und gesundheitliche Nutzen der zahnärztlichen Individualprophylaxe wurde für Kinder und Jugendliche in außergewöhnlich guter Weise nachgewiesen. Die Häufigkeit von Karieserkrankungen ist massiv zurückgegangen. Aber wie sieht es mit der Individualprophylaxe und der Kostenerstattung für die regelmäßige professionelle Zahnreinigung PZR bei Erwachsenen aus? Welche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen anteilige Kosten? mehr lesen

Funktionsdiagnostik (Funktionsanalyse)

Speziell fortgebildete Zahnärzte können in einer detaillierten Diagnostik abklären, welche Funktionsstörungen des Kausystems vorliegen, den Patienten gezielt behandeln und gegebenenfalls zur Mitbehandlung zu weiteren Spezialisten. z.B. Osteopathen oder Physiotherapeuten überweisen.

Nach einer eingehenden Anamnese untersucht der Zahnarzt die Öffnungsbewegung des Unterkiefers auf Symmetrie und einen normalen Bewegungsumfang. Die Kiefergelenke werden auf Knacken oder andere Geräusche untersucht. Die Muskulatur des Kopfes wird abgetastet und auf Druckschmerzhaftigkeit kontrolliert. Das Bewegungsausmaß des gesamten Kopfes wird abgeklärt.

Neben dieser klinischen Funktionsanalyse kann auch eine instrumentelle Funktionsanalyse durchgeführt werden. Es werden Abdrücke genommen, um Modelle von Unter- und Oberkiefer herzustellen.

Mit einem so genannten Gesichtsbogen wird die Position des Oberkiefers in Bezug auf den Schädel wiedergegeben. Ferner wird die Lagebeziehung zwischen Unter- und Oberkiefer durch ein geeignetes Registrat aus Wachs, Kunststoff oder ähnlichem bestimmt. 

Durch diese Maßnahmen können die Kiefermodelle weitgehend entsprechend den natürlichen Gegebenheiten beim Patienten in ein Simulationsgerät, den Artikulator, übertragen werden. In diesem Artikulatur kann das Zusammenspiel der Zahnreihen von Ober- und Unterkiefer beim Zubeißen und bei den Seitwärtsbewegungen (statische und dynamische Okklusion) eingehend studiert werden. Der Artikulator ist sozusagen das EKG des Zahnarztes.

Neben der zahnärztlichen Funktionsanalyse können bildgebende Verfahren, wie Röntgenaufnahmen, Magnetresonanztomographie oder Computertomographie in besonders schwierigen Fällen angezeigt sein. Rheumatische Erkrankungen können z. B. auch das Kiefergelenk betreffen und Formveränderungen der knöchernen Strukturen verursachen, manchmal sind auch Knochenbrüche des Kiefers im Kindesalter unerkannt geblieben. Häufig klärt erst der interdisziplinäre Austausch zwischen Medizinern verschiedener Fachrichtungen das Krankheitsbild des Patienten auf.

Manche Erkrankungen wie Kopfschmerzen oder Migräne, die immer nur auf einer Seite (nicht wechselnd) auftreten, oder Tinnitus, der nicht dauerhaft auftritt, dann aber durch Kieferbewegungen zu beeinflussen ist, können ihre Ursache im gestörten Zusammenspiel von unterer und oberer Zahnreihe haben. Wenn die anderen medizinischen Disziplinen keine Ursachen für die Beschwerden eines Patienten gefunden haben, ist es angezeigt, das Kausystem einer eingehenden funktionellen Untersuchung zu unterziehen.

Um das Risiko von Funktionsstörungen zu verringern, müssen alle Zahnrestaurationen wie Füllungen, Kronen, Brücken etc. vom Zahnarzt harmonisch unter Berücksichtigung der Gesamtfunktionalität in das Kausystem eingegliedert werden. Deshalb ist es wichtig, bei der Anfertigung von Zahnersatz im Labor das „Vermessen“ der Kiefer durch Gesichtsbogenübertragung vorzunehmen.

Durch unkoordinierte Zahnwanderungen können bei nicht versorgten Zahnlücken oder bei kieferorthopädisch nicht behandelten Kieferfehlstellungen ebenfalls Funktionsstörungen auftreten.

Die Kosten für eine Funktionsanalyse richten sich nach dem Aufwand und werden nach GOZ berechnet. Zusätzlich können Laborkosten entstehen. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Kosten, deshalb sollten im Vorfeld der Behandlung zwischen Zahnarzt und Patient die voraussichtlichen Kosten abgeklärt werden.

Tipp: Wenn Sie in der Zahnarztsuche der Deutschen  Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, den Begriff "Funktionslehre" eingeben, werden Ihnen Zahnärzte gelistet, welche sich auf diesem Gebiet zusätzliche qualifiziert haben. www.dgzmk.de

Kiefergelenk im Schema
angelegter Gesichtsbogen
Artikulator


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