welche gesetzliche Krankenkasse erstattet PZR?

Der Wert und gesundheitliche Nutzen der zahnärztlichen Individualprophylaxe wurde für Kinder und Jugendliche in außergewöhnlich guter Weise nachgewiesen. Die Häufigkeit von Karieserkrankungen ist massiv zurückgegangen. Aber wie sieht es mit der Individualprophylaxe und der Kostenerstattung für die regelmäßige professionelle Zahnreinigung PZR bei Erwachsenen aus? Welche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen anteilige Kosten? mehr lesen

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten gehören zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Die Behandlung erfordert eine konsequente Betreuung von der Geburt bis zum Abschluss des Wachstums. Da neben Lippe, Kiefer und Gaumen auch die Zähne, Ohren und Nase betroffen sind, ist eine enge Zusammenarbeit von Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Kinderärzten, Hals-Nasen-Ohrenärzten, Kieferorthopäden, Zahnärzten und Logopäden (Sprachtherapeuten) erforderlich.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vor der Behandlung. Bild: MDZ.Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vor der Behandlung

Die Koordination der Therapie übernimmt üblicherweise der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg im Rahmen einer speziellen Sprechstunde. Die Patienten sollten sich mindestens einmal jährlich dort vorstellen, um sowohl erforderliche Eingriffe vornehmen als auch spezielle Behandlungen durch die oben genannten Ärzte einleiten zu können.

 

 

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte nach der Behandlung. Bild: MDZ.Lippen-Kiefer-Gaumenspalte nach der Behandlung

Die heute üblichen Therapiekonzepte unterscheiden sich in erster Linie hinsichtlich der gewählten Operationszeitpunkte und der Reihenfolge der durchgeführten Eingriffe. Wesentlich ist, dass die einzelnen Therapiekonzepte in sich konsequent durchgeführt werden, um zu einem günstigen Endergebnis zu kommen. Ein Wechsel des Behandlungskonzepts dagegen kann das Ergebnis gefährden.

 

 

Die wesentlichen Behandlungsschritte

Direkt nach der Geburt sollte bei einem Kind mit einer Gaumenspalte eine Gaumenplatte (so genannte Trinkplatte) eingegliedert werden, um eine Abstützung der Zunge zu ermöglichen. Dies verbessert die Funktionen Atmen, Schlucken, Lautbildung und Mimik sowie die Oberkieferentwicklung.

Mit drei bis sechs Monaten wird die Lippenspalte verschlossen. Zur Operation sollte das Geburtsgewicht ungefähr verdoppelt sein. Im Rahmen dieses Eingriffs kann ein Röhrchen in das Trommelfell eingelegt werden, falls dies ein Mittelohrerguss erfordert.

Der Gaumen wird entweder vollständig, d. h. der harte und weiche Gaumen zusammen, mit 8-12 Monaten verschlossen. Alternativ kann der weiche Gaumen zusammen mit der Lippe oder in einem zweiten Eingriff mit 8-12 Monaten verschlossen werden. Der harte Gaumen wird bei diesem Vorgehen im Alter von drei bis vier Jahren verschlossen. Dadurch soll die Oberkieferentwicklung nicht beeinträchtigt werden.

Bei Spalten im Bereich des Kiefers kann eine Knochenverpflanzung erforderlich werden, um die regelrechte Einordnung der bleibenden Zähne zu ermöglichen. Abhängig vom Behandlungskonzept erfolgt dieser Eingriff im Vorschulalter oder im Wechselgebiss.

Korrekturoperationen zur Verbesserung der Sprache oder Ästhetik sollten möglichst vor der Einschulung durchgeführt werden, um eine weitgehende Korrektur der Fehlbildung und Normalisierung der Funktionen zu erreichen. Dem Kind soll so eine ungestörte Entwicklung in der Schulumgebung ermöglicht werden.

Ist am Ende des Wachstums die Mittelgesichtsentwicklung zurückgeblieben, kann eine Korrektur durch Vorverlagerung des Oberkiefers sinnvoll sein. Nähere Informationen hierzu finden Sie im Menüpunkt "Kieferorthopädie", Untermenüpunkt "Fehlstellungen: Chirurgische Behandlung von Bissanomalien".

Störende Abweichungen der Nasenform sollten möglichst spät korrigiert werden. Die günstigsten Ergebnisse bewirken nach Abschluss des Wachstums durchgeführte Eingriffe.

Im Gespräch mit den behandelnden Ärzten sollten weiter reichende Fragen geklärt werden. Hilfreich können auch Informationen seitens betroffener Eltern sein. Unklarheiten sollten aber immer angesprochen und mit den Behandlern im Team geklärt werden. (Fei, Juni 2002).



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