welche gesetzliche Krankenkasse erstattet PZR?

Der Wert und gesundheitliche Nutzen der zahnärztlichen Individualprophylaxe wurde für Kinder und Jugendliche in außergewöhnlich guter Weise nachgewiesen. Die Häufigkeit von Karieserkrankungen ist massiv zurückgegangen. Aber wie sieht es mit der Individualprophylaxe und der Kostenerstattung für die regelmäßige professionelle Zahnreinigung PZR bei Erwachsenen aus? Welche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen anteilige Kosten? mehr lesen

Implantate

Zahnimplantate ersetzen die verloren gegangene Zahnwurzel und werden operativ in den Knochen von Ober- oder Unterkiefer eingesetzt. Diese künstlichen Zahnwurzeln haben ein Innengewinde, in das Aufbauten für die künstliche Zahnkrone eingeschraubt werden können. Nach Einsetzen der Implantate erfolgen Einheilvorgänge im Knochen, die im Ergebnis nach drei bis sechs Monaten eine feste Verbindung zwischen Implantat und Knochen erwarten lassen.

 Wenn die künstliche Zahnkrone auf dieses Implantat aufgesetzt ist, hat die Implantatkrone im Mund das gleiche Aussehen wie ein natürlicher Zahn. Das Implantat fühlt sich wie ein eigener fester Zahn an und ist beim Kauen genauso belastbar. Die statistische Erfolgsaussicht liegt mit über 90 Prozent - verglichen mit anderen medizinischen Behandlungen -sehr hoch.

 
Vorteile von Implantaten

Der Ersatz eines einzelnen fehlenden Zahnes durch ein Implantat statt durch eine Brücke schont die Substanz der sonst notwendigerweise zu beschleifenden Nachbarzähne. Die Implantation ist besonders vorteilhaft, wenn diese Zähne noch weitgehend karies- und füllungsfrei sind. Fehlen schon so viele Zähne, dass Brücken nicht mehr möglich sind, kann durch das Einsetzen von mehreren Implantaten herausnehmbarer Zahnersatz vermieden werden. Außerdem kann Totalprothesen durch Implantate wieder Halt gegeben werden.

Aus welchem Material bestehen Implantate?

Implantate für den Ersatz von Zahnwurzeln bestehen in den allermeisten Fällen aus Titan, einem Metall mit extrem guter Bioverträglichkeit. Allergien gegen diesen Werkstoff sind nicht bekannt. Titan erfüllt außerdem die Kriterien "hohe Belastbarkeit" (Kaubelastung) und "Langlebigkeit", weshalb dieses Material auch in anderen medizinischen Disziplinen eingesetzt wird. Es werden auch schon Zahnimplantate aus keramischen Werkstoffen angeboten (Zirkonoxid). Hier sollte jedoch eine besonders eingehende Beratung durch den Behandler erfolgen, weil Zirkonimplantate noch technischen Begrenzungen unterliegen.

Was zahlt die Krankenversicherung?

Gesetzlich versicherte Patienten erhalten je nach Befund ihres Gebisses (Zahl und Verteilung der eigenen Zähne) einen Festzuschuss zur zahnprothetischen Behandlung. Dieser Festzuschuss ist immer gleich und unabhängig davon, mit welchem Aufwand die Lückenversorgung durchgeführt wird. Der gesetzlich versicherte Patient erhält also auch einen Zuschuss zur Behandlung, wenn er sich statt konventionellen Zahnersatzes für Implantate entscheidet. Die Implantatbehandlung ist eine kostenaufwändige Behandlungsmethode, entsprechend hoch fällt auch der Selbstbehalt des Versicherten aus. In manchen privaten Versicherungstarifen sind Implantate ausgeschlossen; auch die Beihilfe zahlt je nach geltender Verordnung nur in sehr geringem Umfang oder gar nicht für eine Implantatbehandlung. Alle Patienten sollten im Vorfeld einer Implantatbehandlung einen möglichst genauen Heil- und Kostenplan erstellen lassen und dem jeweiligen Versicherungsträger vorlegen, damit die Höhe der selbst zu tragenden Kosten geklärt werden kann. 

Voraussetzungen

Der Patient muss nicht nur zahnärztlich sondern auch ärztlich gründlich untersucht werden, um Erkrankungen oder Medikamenteneinnahmen (z.B. Cortison oder Biphosphonate), die eine Implantation in manchen Fällen unmöglich machen, auszuschließen. Hier kommen insbesondere Knochenstoffwechselstörungen in Betracht. Ein bestehender Diabetes mellitus gilt heute nicht mehr als Kontraindikation, muss aber korrekt eingestellt sein. In der Vorbehandlung, die der Untersuchung folgt, werden alle erkrankten Zähne und Zahnfleischentzündungen behandelt.

Steht bei umfangreichem oder schon lange zurückliegendem Zahnverlust nicht mehr ausreichend Knochensubstanz zur Verfügung, um die Implantate einzusetzen, können spezielle Verfahren zum Aufbau des fehlenden Knochens hilfreich sein. Die Gesamtbehandlungsdauer wird hierdurch allerdings verlängert. Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Untermenüpunkt "Knochenaufbau (Augmentation)".

Die Implantation selbst ist im Regelfall ein risikoarmer, kleiner, chirurgischer Eingriff, der unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden kann. Manche Patienten lassen die Behandlung trotzdem in Vollnarkose durchführen. Der Eingriff verursacht zumeist weniger Beschwerden als die Entfernung eines natürlichen Zahnes. Nach einer Einheilphase von einigen Monaten sind diese künstlichen Zahnwurzeln fest im Knochen verankert.

Wer führt Implantationen durch?

Grundsätzlich kann jeder chirurgisch erfahrene Zahnarzt oder Oralchirurg eine Implantation durchführen und die prothetische Versorgung vornehmen. Er sollte eine Weiterbildung auf diesem Gebiet absolviert haben. Vielfach werden Implantatbehandlungen im Team von Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen und prothetisch arbeitenden Zahnärzten durchgeführt. Das Einsetzen der Implantate unter Vollnarkose ist grundsätzlich möglich, aber in der Regel nicht sinnvoll.

Gewissenhafte Pflege ist unverzichtbar für den Erfolg!

Implantate der allgemein-medizinischen Chirurgie, wie Hüftgelenksprothesen oder Herzklappen, sind allseitig von körpereigenem Gewebe umgeben. Im Gegensatz hierzu stehen die im Knochen verankerten Zahnimplantate über den zahnprothetischen Aufbau mit der Mundhöhle in Verbindung. Dadurch kommt der gewissenhaften Mundhygiene für den Langzeiterfolg von Implantaten eine besonders große Bedeutung zu. Rauchen kann - wie für den Erhalt der eigenen Zähne - auch für Implantate gefährlich werden und stellt damit ein deutlich erhöhtes Risiko, vorallem bei Knochenaufbau, dar.

Wie geht eine Implantation genau vor sich?

Der Implantologe hat im Vorfeld der Implantation durch Röntgen,wie z.B. Zahnfilm, Orthopantomogramm (zweidimensionales Bild), DVT oder CT (dreidimensionales Bild) ein genaues Bild der Knochensituation im Implantationsbereich gewonnen und entschieden, wie die Operation durchgeführt werden soll. In besonderen Fällen kann die vorgesehene Position der Implantate auch über computergesteuerte Navigation erfolgen. Die Durchführung der Operation wird vorher, möglichst in einem gesonderten Termin, ausführlich mit dem Patienten besprochen.

Man unterscheidet die geschlossene und die offene Implantateinheilung:
In beiden Fällen wird der Kieferbereich örtlich betäubt.

Geschlossene Einheilung:

Das Implantatbett wird hergestellt. Grafik: MDZ. Die Knochen bedeckende Schleimhaut wird eröffnet und zur Seite geklappt. Im Kieferknochen wird mit genormten Bohrern bzw. Implantatbettformern eine Höhlung zur Aufnahme des Implantates geschaffen. Dieses Fach entspricht präzise dem Maß des einzubringenden Implantates und gewährt eine optimale Anfangsstabilität mit einer maximalen Knochenanlagerung.

Das Implantat wird eingeschraubt. Grafik: MDZ. Das Implantat wird in den Knochen eingebracht und mit einer flachen Deckschraube verschlossen.

Die Schleimhaut wird über dem Implantat verschlossen (geschlossene Einheilung). Grafik: MDZ. Die Schleimhaut wird über das Implantat gelegt und vernäht. Während der Einheilphase ist nichts vom Implantat in der Mundhöhle zu sehen.

 

 

 

Freilegung des Implantates. Grafik: MDZ. Bei der geschlossenen Einheilung (zweizeitiges Vorgehen) wird das Implantat nach der Einheilperiode durch Eröffnung der Schleimhaut freigelegt.

Abheilkappe durchtritt die Schleimhaut. Grafik: MDZ. Die flache Deckschraube wird gegen eine Schraube mit hohem Kopf (Aufbau) ausgetauscht, die durch die Schleimhaut ragt. Durch Heilvorgänge in den folgenden Tagen entsteht ein manschettenartiger Zahnfleischabschluss um das Implantat herum.

 

 

 

Offene Einheilung:
Die Knochen bedeckende Schleimhaut wird in diesem Falle aufgeklappt oder gestanzt (perforiert). Bei der Stanztechnik entfällt die Naht  Diese Technik ist allerdings beonderen Schleimhautverhältnissen vorbehalten und kommt überwiegend im Seitenzahnbereich zur Anwendung. Mit genormten Bohrern bzw. Implantatbettformern wird dann im Knochen eine Höhlung zur Aufnahme des Implantates geschaffen. Dieses Fach entspricht präzise dem Maß des einzubringenden Implantates und gewährt eine optimale Anfangsstabilität mit einer maximalen Knochenanlagerung. Das Implantat wird in den Knochen eingebracht und mit einer Schraube mit hohem Kopf verschlossen. Dieser hohe Schraubenkopf ragt während der Einheilphase in die Mundhöhle und sollte beim Kauen nicht belastet werden. Es entfällt somit bei dieser Vorgehensweise die Freilegungsoperation.

Wie lange heilen Implantate ein?

Implantate heilen im Unterkiefer in der Regel zwei bis drei Monate und im Oberkiefer aufgrund der niedrigeren Knochendichte vier bis sechs Monate ein. In dieser Zeit verwächst der Knochen mit der künstlichen Zahnwurzel. („Osseointegration“). Nach einer hohen Anfangsfestigkeit besteht - bedingt durch die Knochenumbauvorgänge - zwischenzeitlich eine verminderte Implantatfestigkeit, die bis zum Ende der Einheilphase dann wieder ansteigt. Nach Knochenaufbauten können diese Zeiten verlängert sein. In dieser Zeit sollten die Implantate möglichst nicht oder kaum belastet werden.

Sofortimplantation – Sofortbelastung

Prinzipiell muss der Knochen zum Zeitpunkt der Implantation entzündungsfrei sein. Wurde vorher ein  Zahn entfernt, sollte ca. drei bis vier Monate bis zur Implantation gewartet werden, bis der Knochen sicher ausgeheilt ist. Geht ein Zahn z. B. durch einen Unfall verloren und das Zahnfach ist unbeschadet und entzündungsfrei, kann das Implantat ggf. auch sofort gesetzt werden. Die Entscheidung für oder gegen Sofortimplantation ist stark vom Zahnfleischtyp abhängig. Man unterscheidet eher dünnes von eher dickem Zahnfleisch.

Im Falle einer Sofortimplantation bedeutet dies aber nicht Sofortbelastung. Zunächst wird auch das Sofortimplantat mit einem Provisorium versorgt, das sowenig wie möglichder Kaubelastung ausgesetzt ist. Auch beim ansonsten zahnlosen Kiefer sollen Implantate nicht belastet werden. Die Prothesen müssen von unten hohl geschliffen werden und können dann aber kurze Zeit nach der Implantation wieder getragen werden. Im Regefall wird die endgültige Implantatprothese nach zwei bis drei Monaten eingesetzt. Im zahnlosen Unterkiefer ist es jedoch unter günstigen Bedingungen möglich, die komplette Arbeit binnen 48 Stunden fertig zu stellen, so dass dann auch sofort belastet werden kann.

Auch im teilbezahnten Kiefer ist in besonderen Situationen manchmal eine Sofortbelastung möglich. Dieses Vorgehen bleibt jedoch zunächst nur wirklich ausgewählten Fällen vorbehalten.
Es gibt auch Konzepte, bei denen die Implantation mit hoher Präsizision navigiert durchgeführt wird. Der Zahnersatz wird vorher angefertigt, so dass dieser sofort nach der Implantation eingesetzt werden kann ("teeth in one hour"). Die Risiken und der technische wie auch der finanzielle Aufwand dieser Vorgehensweise liegen aber deutlich höher.


Wie lange halten Implantate?

Gesicherte Langzeitstudien, die seit über 30 Jahren durchgeführt werden, bestätigen eine Erfolgsrate von über 90% bei einem Implantat-Beobachtungszeitraum von zehn Jahren. Auch nach 20 Jahren liegt die Erfolgsrate der Implantate bei über 80%, so dass die Implantatüberlebensrate einen vergleichbaren Verlauf nimmt wie die Überlebensrate von Zähnen im natürlichen Alterungsprozess.

Prothetische Versorgung der Implantate

Nach Beendigung der Einheilphase und gegebenenfalls Freilegung der Implantate wird vom Zahnarzt die so genannte Suprakonstruktion (siehe auch Menüpunkt "Zahnersatz", Unterpunkt "Suprakonstruktion") angefertigt. Zu diesem Zwecke werden die Implantatverschlussschrauben gegen andere Hilfsteile ausgetauscht. Das Austauschen dieser „Schrauben“ ist eine völlig harmlose Sache. Abdrücke, Kieferrelationsbestimmungen, Farbauswahl etc. entsprechen im Wesentlichen dem normalen Vorgehen bei der Herstellung von Zahnersatz.

Beispiele für den Ersatz von Zähnen durch Implantate:

Die Einzelzahnlücke im Frontzahn- und Seitenzahnbereich:

Einzelzahnlücke. Grafik: MDZ. Das Implantat stellt das ursprüngliche Aussehen wieder her und stellt die einzige Alternative zum Brücken-Zahneratz dar. Das Beschleifen der Nachbarzähne bleibt dadurch erspart. Die Langzeitprognose der benachbarten Zähne wird hierdurch wesentlich erhöht.

 

 

 

Der teilbezahnte Kiefer (große Zahnlücken): Brücken auf den Restzähnen sind nicht mehr möglich:

Teilbezahnter Kiefer. Grafik: MDZ. Auch hier können die verloren gegangenen Zähne meistens durch Implantate ersetzt werden: Manchmal reicht es auch, die Implantate lediglich an strategisch wichtige Positionen zu setzen, so dass eine fest zementierte Brücke angefertigt werden kann. Dieses Vorgehen ist eher selten und bleibt  besonders günstigen Konstellationen vorbehalten. Eigene Zähne können als Pfeiler durchaus mit einbezogen werden. Aus Gründen der unterschiedlichen Beweglichkeit von Implantaten und natürlichen Zähnen versucht man jedoch meistens, dies zu vermeiden.

 

Freiendversorgung: Es gibt keinen letzten Zahn mehr, auf dem eine Brücke abgestützt werden könnte: Am Ende der Zahnreihe fehlen mehrere Zähne. Auch hier kann die Kaufunktion über den Ersatz der einzelnen Zähne durch Implantate oder eine Brückenkonstruktion auf Implantaten wieder hergestellt werden. Implantate ersparen hier, was bei klassischem Zahnersatz unvermeidlich ist: den herausnehmbaren Zahnersatz, Lockerung der Nachbarzähne, Zahnklammern, Bedeckung des Gaumenbereiches etc.

Der unbezahnte Kiefer:

Unbezahnter Kiefer. Grafik: MDZ. Der Halt von Vollprothesen ist gerade im zahnlosen Unterkiefer häufig unzureichend. Schlecht sitzende Vollprothesen führen zur Verunsicherung beim Sprechen und Essen. Vier Implantate als Stützpfeiler mit Befestigungselementen sorgen im Unterkiefer für festen Sitz und sicheren Halt der Prothese. Bei sechs bis acht Implantaten im Oberkiefer kann auch auf die unbeliebte Bedeckung des Gaumens verzichtet werden. Die Implantate können durch einen Steg miteinander verbunden werden oder auch einzeln mit Teleskop versorgt werden.



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