welche gesetzliche Krankenkasse erstattet PZR?

Der Wert und gesundheitliche Nutzen der zahnärztlichen Individualprophylaxe wurde für Kinder und Jugendliche in außergewöhnlich guter Weise nachgewiesen. Die Häufigkeit von Karieserkrankungen ist massiv zurückgegangen. Aber wie sieht es mit der Individualprophylaxe und der Kostenerstattung für die regelmäßige professionelle Zahnreinigung PZR bei Erwachsenen aus? Welche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen anteilige Kosten? mehr lesen

Mundtrockenheit - Xerostomie: eine Gefahr für Zähne und Zahnfleisch

Normalerweise werden pro Tag etwa 5-600 ml Speichel von den großen und unzähligen kleinen in der Mundschleimhaut gelegenen Speicheldrüsen gebildet.

  • Während des Schlafs ist die Speichelproduktion sehr stark abgesenkt.
  • Durch verschiedene Geschmacksreize, aber auch mechanisch durch das Kauen harter Speisen oder Kaugummi wird die Speichelproduktion angeregt.
  • Die Psyche kann bei Aufregung oder Wut speichelanregend wirken, dauerhafter Stress verursacht eher eine verminderte Speichelproduktion.
  • Die Veränderung des Hormonspiegels während der Schwangerschaft erhöht die Speichelbildung, während diese in der Menopause eher gehemmt wird.
  • Mit zunehmendem Alter kann  die Speichelproduktion zurückgehen.


Speichel dient als Gleitmittel beim Kauen, Schlucken und Sprechen. Speichel schützt die Mundschleimhaut und Zähne und hat eine gute Spülwirkung. Bestimmte Speichelinhaltsstoffe wirken reinigend durch die Verklumpung von Bakterien, die dann verschluckt werden. Im Speichel bestehen weiterhin neutralisierende Puffersysteme, die Säureangriffe auf die Zähne abwehren und die Zahnoberfläche remineralisieren. Es werden sogar antibakterielle Enzyme und Antikörper bereitgestellt.

Mundtrockenheit - durch  Medikamente
Häufig unbekannt ist der speichelreduzierende Einfluss sehr vieler Medikamente: bekannt sind Anticholinergika, Antidepressiva, Beta-Blocker, Antihypertensiva, (blutdrucksenkende Präparate) Antihistaminika, Tranquilizer, Sedativa, Analgetika, Hypnotika, Chemotherapeutika, Diuretika, Muskelrelaxantien und Kortikosteroide. Das sind 80 % der meist verordneten Medikamente. 
Steht nur unzureichend Speichel zur Verfügung:

  • fehlt die Selbstreinigung der Mundhöhle durch die Spülwirkung des Speichels
  • Ausbildung einer Karies fördernden Mikroflora mit Anstieg der entsprechenden Bakteriengruppen
  • vermehrt Wurzel- und Sekundärkariesbildung

Neben Karies und entzündlichen Veränderungen des Zahnhalteapparates, Parodontitis, sind Pilzinfektionen die Folge.

  • Der Schleimhaut fehlt die natürliche Schutzschicht, sie ist wesentlich leichter verletzlich und schmerzhafter. Letzteres trägt dazu bei, dass Betroffene weiche kohlenhydratreiche Kost bevorzugen, was seinerseits der Kariesbildung noch Vorschub leistet.

Was tun bei Mundtrockenheit?
Patienten, die Medikamente der oben genannten Gruppen einnehmen, aber auch ältere Patienten, deren Speichelproduktion vermindert ist, sollten um ihr besonderes Risiko wissen, um wirksame Präventivmaßnahmen durchzuführen.  Der Zahnarzt muss über die Einnahme der betreffenden Medikamente informiert werden und engmaschige gründliche Untersuchungen auf versteckte Karies durchführen.

  • Der Speichelfluss kann z.B. durch häufiges kurzzeitiges Kauen von zuckerfreiem Kaugummi gefördert werden.
  • Die persönliche Zahnhygiene muss intensiviert werden. Es empfiehlt sich, nach Nahrungsaufnahme die Zähne z.B. mit einer Munddusche gründlich auszuspülen.
  • Häufiges Trinken von Wasser ist ebenfalls empfehlenswert, einerseits um die Mundhöhle zu spülen, andererseits braucht der Körper ausreichene Flüssigkeitszufuhr, um Speichel bilden zu können.
  • In relativ kurzen Intervallen von 2 -4 Monaten sollten professionelle Zahnreinigungen durchgeführt werden, um das Ausreifen der Zahnplaque und daraus resultierende Risiken zu verhindern.

Mittlerweile sind Präparate (Kautabletten und Spülungen) zur Verbesserung der Mundflora auf dem Markt, die einen günstigen Einfluss zu haben scheinen. Bei verletzlicher Schleimhaut werden Präparate angeboten, die besonders nachts einen feuchten Schutzfilm auf die Schleimhaut legen.



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